Nassteil / Aseptik

Welche Bedeutung haben Schulungen zum Nassteil?

Der Nassteil (inc. Aseptik), der weit mehr als nur Mixer, Rinser, Füller und Etikettiermaschine umfasst, ist besonders wichtig für die Leistung der Gesamtanlage und die Qualität des fertigen Produktes.

Mit dem Füller befindet sich in diesem Bereich z.B. die Maschine, die i.d.R. die Leistung der Gesamtanlage bestimmt und auf die ein Großteil der Anlagenstillstände (z.B. durch Flaschenplatzer bzw. Über- oder Unterfüllungen) zurück zuführen ist.

 

Nassteil

Abb. 1: Die Flaschenherstellung im Prozeß der Getränkeproduktion

 

Darüber hinaus ist im Nassteil, auf Grund der äußeren Umstände (hohe Luftfeuchtigkeit, reiches Nährstoffangebot, offene Flaschen, etc.) die Gefahr der mikrobiologischen, chemischen und physikalischen Beeinträchtigung der Getränke verhältnismäßig hoch.

Eine umfassende Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, u.a. zu solchen Themen wie Abfüllung, Etikettierung, Hygiene, Reinigung und Desinfektion, ist hier naturgemäß unerlässlich.

Zum Thema Nassteil gehören u.a.:

  • Mixer / Karbonisierer,
  • Abfüllung / Füller,
  • Aseptik / Aseptische Abfüllung,
  • Etikettierung.

 

Mixer / Karbonisierer / Ausmischung

Zur Herstellung von Wässern und Erfrischungsgetränken gehört auch das Mischen des Produktwassers mit dem Fertigsirup, das Homogenisieren des Gemisches, die Begrenzung des Gehaltes an Fremdgasen (hauptsächlich O2, Entlüften) im Fertigerzeugnis und das Versetzen des Getränkes mit CO2 (Karbonisieren).

Zur Erfüllung der dieser Aufgaben kommen in der Praxis hauptsächlich Mixer und in Karbonisierer zum Einsatz.

Die richtige Bedienung des Mixers hat u.a. einen großen Einfluß auf die Geschwindigkeit des Abfüllprozesses, sowie die Qualität und Haltbarkeit des abgefüllten Produktes. Wichtig bei der Arbeit mit einem Mixer ist, daß man ihn, und seine Bedienparameter, immer nur im Zusammenhang mit der gesamten Abfülllinie (Wasseraufbereitung, Abfüllung und CIP) sieht.

Zu den Inhalten gehören u.a.:

  • Aufgaben und prinzipieller Aufbau eines Mixers (Entlüften, Mischen Karbonisieren),
  • Komponenten und ihre Mischung (z.B. Wasser, Zucker / Süßstoffe, Sirup, Fremdgase, etc.),
  • Definition und Berechnung wichtiger Größen (z.B. Mischungsverhältnis, Brix, etc.),
  • Grundlagen der Entlüftung und der Karbonisierung (z.B. Stoffaustausch und Stoffaustauschsysteme, Partialdrücke, Löslichkeit von Gasen in alkoholfreien Getränken, etc.),
  • Mischen / Mixen (z.B. kontinuierliches Ausmischen, diskontinuierliches Ausmischen, Meßtechnik, etc.).

 

Füller / Abfüllanlagen

Die Füllmaschine bildet i.d.R. das Herzstück einer jeden Abfüllanlage. Sie bestimmt im Wesentlichen die Leistung der gesamten Anlage. Alle anderen Maschinen sind so ausgelegt, dass der Füller ohne Beeinträchtigungen laufen kann.

Zu den wichtigsten Anforderungen, die heute an einen modernen Abfüllprozess gestellt werden, gehören u.a. eine schonende und hygienische Behandlung des abzufüllenden Produktes / Getränkes, eine hohe Abfüllleistung, eine hohe Anlagenverfügbarkeit, eine hohe Abfüllgenauigkeit und außerdem eine zufriedenstellende Wirtschaftlichkeit.

Um den optimalen Einsatz eines Füllers gewährleisten zu können, benötigt man umfangreiche Kenntnisse bezüglich des Aufbaus und der Funktionsweise des Füllers, incl. der evtl. geblockten Maschinen, der Bedienung, Reinigung, Pflege, Wartung, Schmierung und Umrüstung der Maschine(n), der abzufüllenden Produkte, der Verpackungsmaterialien und der hygienischen Anforderungen.

Zu den Inhalten gehören u.a.:

  • Grundlagen der Abfülltechnik (z.B. Anforderungen an die Abfülltechnik / den Abfüllprozess, Füllprinzipien, Grundlagen der Meßtechnik, RI-Schemas, etc.),
  • Aufbau von Füllmaschinen (z.B. Gestaltungsprinzipien, Allgemeiner Aufbau / Funktionsgruppen, Systematik der Füllmaschinen, etc.),
  • Technologie des Abfüllens (z.B Abfüllparameter, Gase und ihr Einfluss auf den Abfüllprozess und die Produktqualität, Abfülldruck und Druckverlauf, etc.),
  • Zusatzausrüstungen (z.B. HDE, Inspektionstechnik, CIP-Anlage, Ozon-Anlagen, etc.);
  • Hygiene im Füllerbereich (z.B. Grundlagen der Hygiene, Einflüsse den hygienischen Zustand des Füllers auf die Produktqualität, Grundlagen Mikrobiologie, Hygieneregeln, Anlagen- und Personalhygiene,
    Reinigung und Desinfektion, CIP/SIP, Reinigungspläne, etc.),
  • Pflege und Wartung,
  • Systematische Fehlersuche.

 

Aseptik / Aseptische Abfüllung / Aseptik-Anlagen

In der Getränkeindustrie besteht seit einigen Jahren ein steigendes Interesse an Abfüllsystemen, die einerseits eine getränkesterile Abfüllung erlauben und andererseits zugleich ein hohes Maß an Flexibilität mit sich bringen.

Der Hauptgrund für diese Entwicklung sind die Verbraucher, der mehr hochwertigere, natürlichere und unverfälschtere Produkte wünschen.

Diese Entwicklung führte dazu, dass heute viele Getränke auf Grund des höheren pH-Wertes und der eingeschränkten Verwendung von Konservierungsstoffen weniger resistent gegenüber Mikroorganismen sind. Hinzu kommt außerdem, dass viele Getränke mittlerweile weniger oder keine Kohlensäure (Kohlendioxid) mehr enthalten, die bis dahin einen zusätzlichen natürlichen Schutz geboten hat.

Ein weiterer Grund für den zunehmenden Einsatz von Aseptik-Anlagen besteht darin, dass immer mehr der empfindlichen Getränke, wie z.B. Schorlen, Säfte, etc. in Kunststoffflaschen abgefüllt werden, die für eine thermische Haltbarmachung nur bedingt geeignet sind.

Zu den Inhalten gehören u.a.:

  • Grundlagen der Aseptik / aseptischen Abfüllung (z.B. Charakteristika sensibler Getränke, Ausbildung von Resistenzen gegenüber (schädlichen) Mikroorganismen, Abtötungsverfahren, Methoden der aseptischen
  • Aufbau und Funktionsweise einer Aseptik-Anlage (z.B. Reinraum, Übergabe der Flaschen, Injektor, Rinser, Aseptik-Füller, etc.),
  • periphere Anlagen und Maschinen (z.B. Mixer, KZE-Anlage, UHT-Anlage, Ventilknoten, Hygiene-Center, CIP-Anlage, Dampferzeugung, etc.),
  • Hygiene (z.B. biologische, chemische und physikalische Gefahren, Anlagen- und Personalhygiene, etc.),
  • Betriebskontrollen und Validierung.

 

Etikettierung / Etikettiertechnik

Etiketten haben eine besondere Stellenwert. Sie enthalten einerseits die für den Verbraucher wichtigen Informationen wie Art des Produktes, Liste der Inhaltsstoffe, Mindeshaltbarkeitsdatum, Hersteller bzw. Vertreiber, Füllmenge oder Pfandhinweis, andererseits geben Sie dem Produkt ein möglichst unverwechselbares Gesicht.

Zusammen mit der Flaschenform sichern sie dem Produkt einen hohen Wiedererkennungswert. Außerdem bieten sie dem Hersteller die Möglichkeit, sich von seinen Mitbewerbern hervorzuheben und die Kunden zum Kauf zu animieren.

Es reicht jedoch nicht, sein Produkt mit einem besonders gelungenen Etikett zu versehen. Solange die Verarbeitung nicht ordnungsgemäß erfolgt und die Etiketten unsauber, schief oder faltig auf die Flasche aufgebracht werden, lässt sich der Kunde nur schwer zu einer Kaufentscheidung überreden.

Zu den Inhalten gehören u.a.:

  • Etiketten (Anforderungen an heutige Etiketten, Informationen auf dem Etikett, Etikettenmaterialien, etc.,
  • Aufbringung der Etiketten (Naßetikettierung, Heißleimetikettierung, Klebstoffe / Leime (Haftklebstoffe, Kontaktklebstoffe, Festklebestoffe ohne Vernetzung, Festklebestoffe mit Vernetzung, Klebelacke etc.),
  • Etikettiertechnik (Aufbau und Funktionsweise von Etikettiermaschinen),
  • Zusatzaggregate,
  • Reinigung, Pflege, Wartung,
  • Fehlersuche

 

Möchten Sie mehr erfahren, dann sprechen Sie uns auf jeden Fall einfach und unverbindlich per Telefon an, schicken Sie uns eine eMail oder nehmen Sie einfach über unser Kontaktformular Verbindung zu uns auf.